Rückblick auf den 4. März 2017

Am 4. März gab es die erste Fremde Federn-Veranstaltung in diesem Jahr. Das Musik- und Literaturhaus Wilhelm13 war bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit von der Partie waren bei dieser Augabe die Bühnen-Poeten Adriane Meinhardt und Sebastian Hahn aus der Stammbesetzung, sowie Lisa Schøyen, Gerrit Wilanek und Dominik Bartels als Gast-Poeten. Wie üblich präsentierte im ersten Durchgang zunächst jeder Slammer einen eigenen Text, um sich beim Publikum und der Jury vorzustellen.

Als besonderes Bonbon gab es am Ende der Vorstellungsrunde einen gemeinsamen Text von Sebastian und Dominik mit dem sie einen Einblick in ihr Duo-Programm gaben. Ein glänzender Abschluss der ersten Runde!

Nach der  Pause wurde in der zweiten Runde von jedem der Slam-Poeten der Text eines Bühnenkollegen vorgetragen. Diese Texte waren allesamt Neuproduktionen zum Motto „Auslaufmodell“. Die Jury, die aus Mitgliedern des Publikums gebildet wurde, hatte die Aufgabe, diese Beiträge den wahren Urhebern zuzuordnen. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Zu Beginn präsentierte Lisa einen großartigen Text von Sebastian, der den Titel „Generation Auslaufmodell“ trug. Eine Hommage an das nichtdigitale Zeitalter, in dem es keine Mobil- aber Münztelefone, keine mp3-downloads, aber Radiowunschsendungen, keine E-Papers aber Tageszeitungen gab.

Im Anschluss las Gerrit Lisas Reimtext „Liebste Zeitung, du hast mir das Herz gebrochen“ vor. Wenn auch die Zitierung von Reimen, laut eigener Aussage, nicht zu Gerrits ausgeprägtesten Stärken zählt, überzeugte der Text, der sich kritisch mit der Entwicklung des Mediums „Tageszeitung“ auseinandersetzte, in jedem Falle inhaltlich.

Als nächster Kandidat betrat Sebastian die Bühne. Er trug Gerrits Text „Schneller als Du denkst, aber zum Glück denkst Du ja nicht so schnell“ vor: die Geschichte eines Mannes, der sich unerwartet schnell gealtert im Altersheim wiederfindet und dort ein furioses Rollator-Rennen verliert. Sebastians beeindruckende Bühnenpräsenz überzeugte auf ganzer Linie.

Dominik präsentierte daraufhin Adrianes Text „Demokratie – günstig abzugeben“ in bester Marktschreiermanier. Die eindrucksvolle Performance wurde dem sozial- und medienkritischen Text, der sich u.a. mit demokratiefeindlichen Auswüchsen sozialer Netzwerke auseinandersetzte, voll und ganz gerecht.

Den Abschluss bot Adriane mit dem Text von Dominik „Wir können zwar den Sonnenschein nicht verbieten, aber immerhin dafür sorgen, dass alle anderen im Schatten stehen“. Der Beitrag hatte die Schieflage der Alterspyramide in unserer Gesellschaft zum Thema und spielte den Gedanken eines Rentnerstreiks durch. Ein toller Text und sehr gut vorgetragen!

Die Jury hatte es nicht einfach an diesem Abend. Es war offensichtlich nicht so leicht Text und Urheberschaft richtig zuzuordnen, was an der breitgefächerten Stimmenverteilung deutlich wurde. Das lag offensichtlich an der Zusammensetzung des fünfköpfigen Poeten-Ensembles, das an diesem Abend mit drei Gastpoeten besetzt war, die nicht zur Stammbesetzung zählen und deren Profil eben noch nicht so bekannt war. Frischen Wind haben sie allemal in die Veranstaltung gebracht!

Wir freuen uns auf die nächste Fremde Federn Veranstaltung am 15. September, zu der die Juroren der vergangenen Ausgabe jeweils eine Freikarte erhalten.