Ich gehe mit meiner Laterne und den fremden Federn

In vielerlei Hinsicht wird das Jahr 2017 als Jahr der Superlative in die Geschichte eingehen, auch wenn die meisten davon zwar Dativ, aber nicht wirklich super sind. Superlativ war am 24.11., dass es erstmals in der langen Geschichte der Fremden Federn sechs TeilnehmerInnen auf die Bühne geschafft haben. Shared Economy als Bühnenformat, manchmal darf man Trendsetter sein.

Neben den alten Bekannten Lisa Schøyen, Sebastian Hahn, Gerrit Wilanek, Adriane Reinhard und Tanja Schwarz konnten wir Insa Kohler aus ihrem Berliner Exil rufen und mit ins Team aufnehmen. Das Motto des Abends war „Gänsehaut“, was in der ersten Runde dazu führte, dass mindestens zwei der Beteiligten ausführlich über Gärten sprachen. Wir werden alle nicht jünger und der Fokus des Lebens verschiebt sich ins Häusliche – man kennt es auch unter dem Begriff „Bionade-Biedermeier“. Ganz und gar nicht biedermeierig Lisa, die ihren Beitrag zu #metoo beibrachte. Adriane, Sebastian und Insa glichen mit unterhaltsamen Schnurren aus dem täglichen Leben zu klein oder zu breit Gewachsener aus.

Die zweite Runde brachte das übliche Vexierspiel mit getauschten Texten und einer halbwegs treffsicheren Jury. Beachtlich hingegen die im Laufe des Abends einsetzende Gruppendynamik. Traditionellerweise wird die Jury schamanistisch durch rituelle Gesänge unterstützt, aktueller Favorit der Spielleitung ist der große Prophet Had-a-way mit seiner ewig gültigen, existenziellen Grundfrage nach dem Wesen der Liebe. Das Publikum ward allerdings von einem größeren Geiste heimgesucht und sang inbrünstig und nah an der Ekstase das Lied der bummelnden Laterne, sinnbildlich sicher ein Symbol für die im Raum herumfliegende Muse und deren erleuchtende Kraft.

Ebenfalls neu war der Pizzabote, der nach der Pause eher verzweifelt versuchte, seine sicher schmackhaft belegten Teigfladen ins Wilhelm13 zu bewegen – was durch den Notausgang nicht möglich war. Es konnte auch nicht aufgeklärt werden, wer so hungrig war – vom Stuhl gefallen ist glücklicherweise niemand.

Nun verabschieden wir uns die Winterpause und wachen am 02.03. wieder auf. Wir freuen uns und wünschen Ihnen schöne Feiertage.